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NS "Euthanasie"

Annas Geschichte

Ännes letzte Reise

Stolperstein

Erinnerungsarbeit

Namensnennung

Patientenakten

Bedburg-Hau

Fotos Grafeneck 2006

"Aktion T4" Berlin

Runder Tisch "T4"Fotos "T4" Ort 2006

Wettbewerb "T4" 2012

Erinnerungsort 2014

Nach der Eröffnung des Berliner Gedenk- und Informationsortes für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde im September 2014 wird diese Internetseite nicht mehr aktualisiert.

Vertiefende Informationen zum Gedenk- u. Informationsort für die Opfer finden Sie hier: www.t4-denkmal.de

Veranstaltungskalender
2007-2014
 
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"Aktion T4" - Tiergartenstrasse 4

Tiergartenstraße 4 in Berlin - das war der Ort, an dem die geheime Zentraldienststelle der Nationalsozialisten stand, wo die systematische Massentötung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen unter der beschönigenden Überschrift „Euthanasie" geplant und organisiert wurde.

Mehr als 70.000 Patienten und Patientinnen psychiatrischer Anstalten fielen zwischen 1940 und 1941 der ersten zentral organisierten Massenvernichtungsaktion im Nationalsozialismus - der geheimen „Aktion T4“ - zum Opfer. Nach Protesten aus der Bevölkerung, vor allem aus Kreisen der Kirche, wurde die Aktion zwar offiziell im Sommer 1941 beendet, aber danach dezentral weitergeführt. Nach derzeitigem Forschungsstand wurden bis Kriegsende etwa 300.000 Patientinnen und Patienten durch Gas, Medikamente, Nahrungsentzug oder Injektionen getötet.

In den Gaskammern von Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim und Pirna-Sonnenstein erprobten die Täter erstmals ihre systematische, fabrikmäßige Tötungstechnologie. Heute wissen wir, dass es von den „Euthanasie“ Verbrechen eine direkte Verbindung zum Holocaust, der Auslöschung der Juden Europas gibt.


Der Weg zum zentralen Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde

Der Text wurde 2006 begonnen und fortlaufend verändert (S. Falkenstein)

Die Medizinverbrechen der Nazis wurden in Deutschland jahrzehntelang verdrängt und verschwiegen und sind bis heute noch nicht im breiten Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Mehr als 70 Jahre nach den Verbrechen ist der Gedenkort an der Philharmonie heute ein eher trostloser Ort. Die ebenerdige, unscheinbare Gedenktafel für die „Euthanasie" Opfer wird von vielen Passanten kaum bemerkt und die nachträglich den Opfern gewidmete Plastik "Berlin Junction" von Richard Serra wird häufig eher als Kunst am Bau wahrgenommen.

Diese Art des Gedenkens an einem für die Geschichte der „Euthanasie" so zentralen Ort wird nicht nur von mir als unangemessen empfunden. Nachdem ich im Herbst 2006 zum ersten Mal den Gedenkort (auf)gesucht hatte, veröffentlichte ich hier Fotos und die Forderung nach einer Neugestaltung der Gedenkstätte. Parallel dazu schrieb ich Briefe und Petitionen, auch an das Berliner Abgeordnetenhaus und den Deutschen Bundestag.


2006/07

Fotos von der "T4" Gedenkstätte
© Janna Falkenstein

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2014 neuer Gedenk- und Informationsort
Tiergartenstraße 4

Runder Tisch bei der Stiftung Topographie des Terrors
Überlegungen und Initiativen zur Umgestaltung des 'T4'-Gedenkortes

Eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung spielte Prof. Nachama von der Stiftung Topographie des Terrors. Er reagierte umgehend auf mein Schreiben und wir initiierten zu Beginn des Jahres 2007 gemeinsam einen Runden Tisch mit Betroffenen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Einrichtungen und zuständiger Behörden. Der Runde Tisch trifft sich als offener Gesprächskreis in unregelmäßigen Abständen in den Räumen der Stiftung Topographie des Terrors. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf den aktuellen Missstand an der Tiergartenstraße aufmerksam zu machen und die Diskussion um eine angemessene Neugestaltung des Gedenkortes im Rahmen der städtebaulichen Umgestaltung des Kulturforums voranzutreiben. Insbesondere die Unterstützung der Berliner Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten in Person des Kulturstaatssekretärs André Schmitz ermöglichte verschiedene Projekte des Runden Tisches, die den historischen Ort "Tiergartenstraße 4" deutlicher sichtbar machten (z. B. Denkmal der Grauen Busse, Informationstafel). Ziel ist aber nicht ein abstraktes Denkmal mit Symbolcharakter. Es geht vielmehr um einen Gedenkort, der durch Aufklärung und Information zur Auseinandersetzung mit der Geschichte vor und nach 1945 beiträgt. 


Weitere Informationen über die Aktivitäten des Runden Tisches von 2007 bis 2014 auf dem Weg zum zentralen Gedenk- und Informationsort für die
Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde    mehr »


 

Andere Initiativen

 Ausstellung „TOTGESCHWIEGEN, 1933 – 1945. Zur Geschichte der Wittenauer Heilstätten“

Gedenktafel in der Tiergartenstraße 4 (1989)

Es ist bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken, dass es in den 80er Jahren nach jahrzehntelanger Nichtbeachtung überhaupt zu einer - wenn auch aus heutiger (Stand 2010) Sicht nicht ausreichenden - Markierung des historischen Ortes Tiergartenstraße 4 kam. Eine wichtige Grundlage dafür war das 1987 erschienene Buch des Historikers Götz Aly über die „T4“-Zentrale.

Der Text auf der Gedenktafel wurde von Götz Aly und Klaus Hartung entworfen, die den Gedenkort zusammen mit der Westberliner Geschichtswerkstatt gegen viele Widerstände durchsetzten.

Siehe auch: Virtuelle Ausstellung von Götz Aly


Gedenktafel 2012

Text auf der Gedenktafel

Ehre den vergessenen Opfern

An dieser Stelle, in der Tiergartenstraße 4, wurde ab 1940 der erste nationalsozialistische Massenmord organisiert, genannt nach dieser Adresse Aktion T4.

Von 1939 bis 1945 wurden fast 200.000 wehrlose Menschen umgebracht. Ihr Leben wurde als "lebensunwert" bezeichnet, ihre Ermordung hieß "Euthanasie". Sie starben in den Gaskammern von Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Pirna, Bernburg und Hadamar. Sie starben durch Exekutionskommandos, durch geplanten Hunger und Gift.

Die Täter waren Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger, Angehörige der Justiz, der Polizei, der Gesundheits- und Arbeitsverwaltungen.

Die Opfer waren arm, verzweifelt, aufsässig oder hilfsbedürftig. Sie kamen aus psychiatrischen Kliniken und Kinderkrankenhäusern, aus Altenheimen und Fürsorgeanstalten, aus Lazaretten und Lagern.

Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter.

  Haltestellenprojekt

Ronnie Golz Haltestellenprojekt
"Aktion T4" und der Holocaust

Auch Initiativen anderer haben immer wieder geholfen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema NS-„Euthanasie“ zu lenken. So hat Ronnie Golz, ein Mitglied des Runden Tisches, in Kooperation mit einer führenden Firma für Plakatwände und Stadtmöbel mit dem Haltestellenprojekt „‚Aktion T4‘ und der Holocaust“ auf den Zusammenhang des Mordprogramms an den Kranken mit dem späteren Genozid an den europäischen Juden verwiesen. Am 25. Oktober 2007 wurden in den beiden Haltstellen an der Philharmonie Glasplatten mit Informationen der Öffentlichkeit übergeben.

 

Gedenkveranstaltungen

Gedenkveranstaltung 09/2008

Auf Initiative des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. und des „Aktionskreises ‚T4‘-Opfer nicht vergessen“ (ein Zusammenschluss namhafter Verbände und Organisationen der bundesdeutschen Psychiatrie) findet seit 2007 an jedem ersten Sonnabend im September eine „Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer der Erbgesundheitsgesetze des Nationalsozialismus“ auf dem Vorplatz der Philharmonie statt.

Gedenkveranstaltung 27.1.2016

Seit 2010, dem Amtsantritt des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen Hubert Hüppe, findet  jährlich am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, eine Gedenkveranstaltung an der Tiergartenstraße statt.
  Ausstellungen
 

Das Jüdische Museum Berlin hat vom 13. März bis 19. Juli 2009 die vom US Holocaust Memorial Museum konzipierte, bereits im Hygiene Museum Dresden gezeigte, Ausstellung "Tödliche Medizin" präsentiert.

Vom 5. Mai bis Ende August 2014 wurde im Rahmen des Berliner Themenjahres "Zerstörte Vielfalt" die Open-Air Ausstellung "Tiergartenstraße 4 - Geschichte eines schwierigen Ortes" gezeigt. Die Ausstellung verknüpft die Geschichte der Adresse Tiergartenstraße 4 und die bürokratische Organisation des Krankenmordes in der Villa mit dem Lebensweg von Anna Lehnkering.

Begleitband zur Ausstellung


 

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