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Aktuell

18. Januar 2012
Ausstellungseröffnung "Im Gedenken der Kinder"
Berlin, Topographie des Terrors

10. November 2011
Deutscher Bundestag

Antrag (Drucksache 17/5493)
"Gedenkort für die Opfer der NS-‚Euthanasie‘-Morde“

zu Protokoll gegebene Reden

Stadtplanung - Berlin 
Kulturforum und "T4"-Gedenkort

27. Januar 2012
Foyer der Berliner Philharmonie

Gedenkfeier für die Opfer der "Euthanasie"-Verbrechen

Bundesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen

Redebeitrag von S. Falkenstein

"T4"-Gedenkort

Berlin, Tiergartenstraße

"T4" Gedenktafel Berlin

2006/07

Fotos von der unangemessenen "T4" Gedenkstätte
© Janna Falkenstein

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2008 - 2009

Das Denkmal der Grauen Busse

seit Juli 2008

Informationstafel

T4 Informationstafel

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"Aktion T4" - Tiergartenstraße 4

"T4" Gedenk- und Informationsort in Berlin

 

Tiergartenstraße 4 in Berlin - das war der Ort, an dem die geheime Zentraldienststelle der Nationalsozialisten stand, wo die systematische Massentötung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen unter der beschönigenden Überschrift „Euthanasie" geplant und organisiert wurde.

Mehr als 70.000 Patienten und Patientinnen psychiatrischer Anstalten fielen zwischen 1940 und 1941 der ersten zentral organisierten Massenvernichtungsaktion im Nationalsozialismus - der geheimen „Aktion T4“ - zum Opfer. Nach Protesten aus der Bevölkerung, vor allem aus Kreisen der Kirche, wurde die Aktion zwar offiziell im Sommer 1941 beendet, aber danach dezentral weitergeführt. Nach derzeitigem Forschungsstand wurden bis Kriegsende etwa 300.000 Patientinnen und Patienten durch Gas, Medikamente, Nahrungsentzug oder Injektionen getötet.

In den Gaskammern von Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim und Pirna-Sonnenstein erprobten die Täter erstmals ihre systematische, fabrikmäßige Tötungstechnologie. Heute wissen wir, dass es von den „Euthanasie“ Verbrechen eine direkte Verbindung zum Holocaust, der Auslöschung der Juden Europas gibt.

Die Medizinverbrechen der Nazis wurden in Deutschland jahrzehntelang verdrängt und verschwiegen und sind bis heute noch nicht im breiten Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Mehr als 70 Jahre nach den Verbrechen ist der Gedenkort an der Philharmonie heute ein eher trostloser Ort. Die ebenerdige, unscheinbare Gedenktafel für die „Euthanasie" Opfer wird von vielen Passanten kaum bemerkt und die nachträglich den Opfern gewidmete Plastik "Berlin Junction" von Richard Serra wird häufig eher als Kunst am Bau wahrgenommen.

Diese Art des Gedenkens an einem für die Geschichte der „Euthanasie" so zentralen Ort wird nicht nur von mir als unangemessen empfunden. Nachdem ich im Herbst 2006 zum ersten Mal den Gedenkort (auf)gesucht hatte, veröffentlichte ich hier Fotos und die Forderung nach einer Neugestaltung der Gedenkstätte. Parallel dazu schrieb ich Briefe und Petitionen, auch an das Berliner Abgeordnetenhaus und den Deutschen Bundestag.

Runder Tisch bei der Stiftung Topographie des Terrors
Überlegungen und Initiativen zur Umgestaltung des 'T4'-Gedenkortes

Eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung spielte Prof. Nachama von der Stiftung Topographie des Terrors. Er reagierte umgehend auf mein Schreiben und wir initiierten zu Beginn des Jahres 2007 gemeinsam einen Runden Tisch mit Betroffenen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Einrichtungen und zuständiger Behörden. Der Runde Tisch trifft sich als offener Gesprächskreis in unregelmäßigen Abständen in den Räumen der Stiftung Topographie des Terrors. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf den aktuellen Missstand an der Tiergartenstraße aufmerksam zu machen und die Diskussion um eine angemessene Neugestaltung des Gedenkortes im Rahmen der städtebaulichen Umgestaltung des Kulturforums voranzutreiben. Insbesondere die Unterstützung der Berliner Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten in Person des Kulturstaatssekretärs André Schmitz ermöglichte verschiedene Projekte des Runden Tisches, die den historischen Ort "Tiergartenstraße 4" deutlicher sichtbar machten (z. B. Denkmal der Grauen Busse, Informationstafel). Ziel ist aber nicht ein abstraktes Denkmal mit Symbolcharakter. Es geht vielmehr um einen Gedenkort, der durch Aufklärung und Information zur Auseinandersetzung mit der Geschichte vor und nach 1945 beiträgt.  mehr »

Die Gedenktafel in der Tiergartenstraße

Es ist bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken, dass es in den 80er Jahren nach jahrzehntelanger Nichtbeachtung überhaupt zu einer - wenn auch aus heutiger Sicht nicht ausreichenden - Markierung des historischen Ortes "Tiergartenstraße 4" kam.

Der Text auf der Gedenktafel wurde von Götz Aly und Klaus Hartung entworfen, die den Gedenkort zusammen mit der Westberliner Geschichtswerkstatt gegen viele Widerstände durchsetzten.

Links

Internetportal zur Information und zum Gedenken an die NS-„Euthanasie“-Mordopfer

"Euthanasie und Holocaust" Projekt von R. Golz

Das Denkmal der Grauen Busse

Deutsch-polnische Partnerschaft
Meseritz-Obrawalde
(heute: Międzyrzecz)

http://www.tiergartenstrasse4.org/
Englischsprachige Seite aus Polen

Dance Tiergartenstrasse 4 - Anat Brenner (YouTube)

"Aktion T4" - Rap der Berliner Band Schattenkabinett

mehr Links »

Ehre den vergessenen OpfernNeu!

Die 1987 in Berlin gezeigte Ausstellung über die „Aktion T4“  von Götz Aly

 

präsentiert auf der Website zur
Ausstellung „TOTGESCHWIEGEN, 1933 – 1945. Zur Geschichte der Wittenauer Heilstätten“

Text auf der Gedenktafel

Ehre den vergessenen Opfern

"An dieser Stelle, in der Tiergartenstraße 4, wurde ab 1940 der erste nationalsozialistische Massenmord organisiert, genannt nach dieser Adresse Aktion T4.

Von 1939 bis 1945 wurden fast 200.000 wehrlose Menschen umgebracht. Ihr Leben wurde als "lebensunwert" bezeichnet, ihre Ermordung hieß "Euthanasie".

Sie starben in den Gaskammern von Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Pirna, Bernburg und Hadamar.

Sie starben durch Exekutionskommandos, durch geplanten Hunger und Gift.

Die Täter waren Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger, Angehörige der Justiz, der Polizei, der Gesundheits- und Arbeitsverwaltungen.

Die Opfer waren arm, verzweifelt, aufsässig oder hilfsbedürftig.

Sie kamen aus psychiatrischen Kliniken und Krankenhäusern, aus Altenheimen und Fürsorgeanstalten, aus Lazaretten und Lagern.

Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter."


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