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Anna Lehnkering (1915 - 1940)
Im
Alphabet-Garten der
Gedenkstätte Grafeneck
erinnert der Buchstabe A indirekt an Anna. Die 26 Buchstaben des
Alphabets erinnern dort an die Namen der 10.654 Opfer der
NS-"Euthanasie" in Grafeneck im Jahr 1940 - an die namentlich
bekannten und an die unbekannten. Anna gehörte viele Jahrzehnte zu
den unbekannten Opfern.

A wie Anna
Alphabetgarten in Grafeneck,
© Foto K. Diegel
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Gedenkstätte Grafeneck
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Anna Lehnkering
1915 geboren in Oberhausen/Rheinland
1935 Zwangssterilisierung im Ev.
Krankenhaus Mülheim a.d. Ruhr
1936 Beginn ihres langsamen Sterbens
in Bedburg-Hau
1940 ermordet in der Gaskammer von
Grafeneck im Alter von 24 Jahren
Anna war mehr als 60 Jahre lang
vergessen!
Der Sinn dieser Seiten ist, Anna
Namen und Gesicht zurückzugeben!
Spurensuche - von Bedburg-Hau nach Grafeneck
Der Anlass für meine bis heute andauernde
Erinnerungsarbeit ist das Schicksal meiner Tante Anna Lehnkering. Nachdem ich
2003 per Zufall ihren Namen auf einer Liste von „Euthanasie"-Opfern im Internet
gefunden hatte, begab ich mich auf Spurensuche. Ich verfolgte Annas Spuren vom
Ruhrgebiet aus mit Umweg über Berlin, nach Bedburg-Hau und von dort nach
Grafeneck. Betroffen musste ich feststellen, dass man sie vergessen hatte.
Nirgendwo gab es eine Erinnerung an Anna, geschweige denn ein würdevolles
Gedenken. Darum veröffentlichte ich 2004 auf dieser Website den folgenden
Appell:
Gegen das Vergessen und für ein würdiges Gedenken der „Euthanasie"-Opfer aus
Bedburg-Hau im Namensbuch der Gedenkstätte Grafeneck!
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Meine Hoffnung, durch das Internet
Aufmerksamkeit und Unterstützung für mein Anliegen zu erreichen, hat
sich inzwischen in einem Umfang erfüllt, mit dem ich damals nicht
gerechnet hätte.
Nach einem langjährigen und mühsamen Prozess der
Erinnerungsarbeit konnte ich diese Seite im Januar 2009 mit einer
Erfolgsmeldung aktualisieren:
Die Opfer der Krankenmorde aus Bedburg-Hau haben Namen und Gesicht
zurückerhalten.
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Im Rahmen einer Feier in der
LVR-Klinik
Bedburg-Hau wurde am 27. Januar 2009 ein Gedenkbuch mit
den Namen von insgesamt 2.832 deportierten Menschen der
Öffentlichkeit übergeben. Für 301 Männer und 320 Frauen
konnten das genaue Sterbedatum und der Sterbeort ermittelt
werden. Ich gehe davon aus, dass die Namen demnächst auch an
die Gedenkstätte Grafeneck übermittelt werden.
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Die
Installation "Aennes letzte Reise" von der Künstlerin
Ulrike Oeter wurde käuflich erworben. Annas Gesicht ist nun
dauerhaft - stellvertretend für alle Opfer - im Klinikmuseum
zu sehen. |
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Am selben Tag wurde die
temporäre
Ausstellung "Krankenmord im Nationalsozialismus –
Grafeneck 1940" in der Klinik Bedburg-Hau eröffnet.
Die Wanderausstellung informiert über die Ermordung von mehr
als 10.600 kranken und behinderten Menschen in Grafeneck im
Jahr 1940 im Rahmen der "Aktion T4" , darunter mehr als 450
Menschen aus Bedburg-Hau. |
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Bedburg-Hau, 27.1.09
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Rede von
Dr. F. Leidinger
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Klever Wochenblatt
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nrz online Artikel
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Rheinische Post
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Hiermit danke ich allen Menschen, die dabei
geholfen haben, die Opfer nach Jahrzehnten des Schweigens der Anonymität zu
entreißen, um ihnen mit der Nennung ihres Namens ein Stück ihrer Würde und
Persönlichkeit zurückzugeben. Vor allem aber möchte ich Heinz Oberbanscheidt
nennen, unermüdlicher und unerschrockener Kämpfer für die Rechte derjenigen, die
selbst nicht mehr sprechen und kämpfen können. Zurzeit versucht er die genaueren
Todesumstände eines 13-jährigen behinderten Jungen im Jahr 1941 zu klären, was
sich als sehr schwierig erweist. Er schrieb mir vor einigen Tagen:
"unter
dem strich muss man feststellen: es gibt eben zweierlei arten von stolpersteinen.
beiden begegnet man heute - den einen gott sei dank und den anderen leider noch
immer."
Für alle, die Anteil an meiner Erinnerungsarbeit
genommen haben oder interessiert sind, habe ich den Erinnerungsprozess
ausführlich dokumentiert. Die Aufzeichnung ist ein Beispiel für die teilweise
dürftige Erinnerungskultur in diesem Land, wenn es um die
nationalsozialistischen Krankenmorde geht. Gleichzeitig gibt der Erfolg aber
auch Hoffnung und ermutigt zum Weitermachen.
Ausführliche
Chronik meiner Erinnerungsarbeit (PDF-Dokument)
S. Falkenstein, 2009 |