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NS „Euthanasie" und Zwangssterilisation Ausgrenzung - Entwürdigung - Vernichtung Erinnerung an Anna und die vielen anderen vergessenen Opfer
An Anna wurde – wie an hunderttausenden anderen kranken und wehrlosen Menschen – der „Gnadentod" vollstreckt. Mit dem missbräuchlich verwendeten Begriff „Euthanasie" (griech.: schöner, leichter Tod) tarnten die Nationalsozialisten zynisch und beschönigend den organisierten Massenmord an kranken Menschen, die man im Sinne von rassenbiologischen Wahnvorstellungen für „lebensunwert" befunden hatte. Ziel der nationalsozialistischen Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik war die Schaffung einer erbgesunden »arischen« Rasse. Ausgehend von sozialdarwinistischen Ideen, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg - auch in anderen Ländern Europas und in den USA - Eingang in die modernen Wissenschaften Eugenik und Rassenhygiene gefunden hatten, kam es zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - beschleunigt durch ökonomische Interessen - zur völligen Pervertierung dieser Ideen. Es wird geschätzt, dass bis Kriegsende mindestens 400.000 Menschen aufgrund des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zwangssterilisiert wurden. Etwa 300.000 Menschen wurden nach derzeitigem Forschungsstand Opfer der "Euthanasie"-Morde. Der Ablauf der "Euthanasie" kann grob in folgende Phasen eingeteilt werden:
Verdrängung und Vergessen Zwangssterilisation und "Euthanasie"-Morde wurden jahrzehntelang aus dem kollektiven Gedächtnis unserer Gesellschaft verdrängt. mehr »
Erinnerungsarbeit in Grafeneck, Bedburg-Hau und Mülheim a.d. Ruhr Auch Annas Schicksal war lange Jahre vergessen – sogar in ihrer Familie. Nachdem ich 2003 erfahren hatte, was geschehen war, bin ich den Spuren ihres Lebens und Sterbens nachgegangen. Im Verlauf dieser Spurensuche stellte ich fest, dass es nach Jahrzehnten des Verschweigens und Verdrängens immer noch kein angemessenes Gedenken für Anna und viele andere Opfer gibt. Auch stieß ich bei meinen Recherchen auf unerwarteten Widerstand und Ignoranz. Aus dieser erschreckenden Erkenntnis leite ich für mich die Verpflichtung ab, daran mitzuwirken, dass die Erinnerung nicht verloren geht und für uns und die nächsten Generationen aufbewahrt wird. Meine Erinnerungsarbeit begann mit großen Schwierigkeiten in Bedburg-Hau mehr »
Gedenkzeichen für Anna Inzwischen gibt es über dieses Internetprojekt hinaus weitere sichtbare Zeichen des Gedenkens an Anna:
"Aktion T4" - Runder Tisch zur Umgestaltung des historischen Areals Tiergartenstraße 4 mehr » Als ich zum ersten Mal die sogenannte „T4"-Gedenkstätte in meinem Wohnort Berlin aufsuchte, war ich entsetzt über den Zustand dieses Platzes. Die unscheinbare, beschmutzte Gedenkplatte, die ich dort vorfand, schien mir ein weiteres Symbol für das Vergessen behinderter Menschen zu sein, die doch als erste Personengruppe Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes wurden. Seit Anfang 2007 bin ich Mitglied eines Runden Tisches, der die Neugestaltung des historischen Ortes Tiergartenstraße 4 fordert und durch verschiedene Aktionen bisher auch schon Einiges erreicht hat. mehr » Ausblick Man hatte Anna und ihren Leidensgefährten nicht nur die Menschenwürde und das Leben genommen, sondern auch die Erinnerung an sie ausgelöscht. Der Sinn dieser Seiten ist, das zu ändern und ihr Andenken zu bewahren als Mahnung zu Menschlichkeit und Toleranz. Ob in Grafeneck, Bedburg-Hau, Mülheim a.d. Ruhr, Berlin oder im virtuellen Raum des Internets - in den letzten Jahren hatte ich viele interessante und auch berührende Begegnungen mit Menschen, die dasselbe Ziel verfolgen wie ich: die Erinnerung an die Opfer der NS-Medizinverbrechen wach zu halten. All die Begegnungen ermutigen zum Weitermachen, denn "viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern."
Es gibt kein
Verständnis
von Gegenwart und Zukunft |
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