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Inhalt dieser
Website
Home
Annas
Geschichte
Gegen
das Vergessen
Gedenken an die Opfer
aus Bedburg-Hau
Installation der Erinnerung
"Aennes letzte Reise"
in Bedburg-Hau
Stolperstein für Anna
in
Mülheim a.d. Ruhr
Grafeneck 2006
Fotos K. Diegel
„T
4"-Gedenken in Berlin
- Runder Tisch -
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Annas Schicksal - der Anlass für diese Website
Diese Website entstand, nachdem ich 2003 per Zufall erfahren
hatte, dass Anna, die lernbehinderte Schwester meines
Vaters, im Rahmen der "Aktion T4" Opfer der NS-"Euthanasie"
wurde. Gemäß der menschenverachtenden Rassenideologie
der Nationalsozialisten hatte man Anna als "erbkrank" und
"minderwertig" eingestuft.
Im Verlauf meiner Spurensuche fand ich drei Stationen, die ihren
Leidensweg von der Ausgrenzung, über die Entwürdigung, bis hin
zur psychischen und schließlich physischen Vernichtung
markieren: 1935 wird Anna im Ev. Krankenhaus der
Stadt Mülheim a.d. Ruhr zwangssterilisiert. 1936 erfolgt
ihre Einweisung in die Heil-und Pflegeanstalt Bedburg-Hau. Von
dort aus wird sie nach drei qualvollen Jahren Anfang 1940 in
die "Euthanasie"-Vernichtungsanstalt Grafeneck deportiert, wo
sie im Alter von 24 Jahren als "lebensunwerter" Mensch
vergast wird.
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NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation
An Anna wurde – wie an hunderttausenden anderen hilfsbedürftigen
und wehrlosen Menschen – der „Gnadentod" vollstreckt. Mit dem
missbräuchlich verwendeten Begriff „Euthanasie" (griech.:
schöner, leichter Tod) tarnten die Nationalsozialisten zynisch
und beschönigend den organisierten Massenmord an kranken
Menschen, die man im Sinne von rassenbiologischen
Wahnvorstellungen für „lebensunwert" befunden hatte. Ziel der
nationalsozialistischen Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik war
die Schaffung einer erbgesunden »arischen« Rasse. Ausgehend von
sozialdarwinistischen Ideen, die bereits vor dem Ersten
Weltkrieg - auch in anderen Ländern Europas und in den USA -
Eingang in die modernen Wissenschaften
Eugenik und
Rassenhygiene gefunden
hatten, kam es zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - beschleunigt
durch ökonomische Interessen - zur völligen Pervertierung dieser
Ideen. Es wird geschätzt, dass bis Kriegsende mindestens 400.000
Menschen aufgrund des
"Gesetzes zur Verhütung erbkranken
Nachwuchses" zwangssterilisiert und mehr als 200.000
behinderte und kranke Menschen ermordet wurden.
Der Ablauf der "Euthanasie" kann grob in folgende Phasen
eingeteilt werden:
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1939 – 1945 die
"Kindereuthanasie", die Ermordung "missgebildeter"
Neugeborener und Kleinkinder, später auch Jugendlicher
in „Kinderfachabteilungen“ |
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1940 – 1941 die
Aktion "T4", die Ermordung von Patienten und
Patientinnen aus Heil- und Pflegeanstalten in den
Gaskammern der Tötungsanstalten
Grafeneck,
Brandenburg,
Hartheim,
Pirna/Sonnenstein,
Bernburg und
Hadamar. (Die Aktion "T4"
gilt als das Modell für den millionenfachen Mord an den
europäischen Juden der nur kurze Zeit später begann.) |
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1941 – 1945 die "wilde Euthanasie", dezentrale Morde durch
Medikamente und Nahrungsentzug in vielen Heil- und
Pflegeanstalten |
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1941 – 1944 die
Aktion "14f13", die Ermordung arbeitsunfähiger oder
politisch bzw. "rassisch" verfolgter Häftlinge von
Konzentrationslagern
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Erinnerungsarbeit in Grafeneck, Bedburg-Hau und Mülheim a.d.
Ruhr
Annas Schicksal war lange Jahre vergessen – auch in ihrer
Familie. Nachdem ich 2003 erfahren hatte, was geschehen war, bin
ich den Spuren ihres Lebens und Sterbens nachgegangen. Im
Verlauf dieser Spurensuche stellte ich
fest, dass es nach Jahrzehnten des Verschweigens und Verdrängens
immer noch kein angemessenes Gedenken für Anna und viele andere
Opfer gibt. Auch stieß ich bei meinen Recherchen auf
unerwarteten Widerstand und Ignoranz. Aus dieser erschreckenden
Erkenntnis leite ich für mich die Verpflichtung ab, daran
mitzuwirken, dass die Erinnerung nicht verloren geht und für uns
und die nächsten Generationen aufbewahrt wird.
Meine
Erinnerungsarbeit begann mit großen Schwierigkeiten in
Bedburg-Hau
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Gedenkzeichen für Anna
Inzwischen gibt es
über dieses Internetprojekt hinaus weitere sichtbare Zeichen des
Gedenkens an Anna:
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Installation der Erinnerung
"Aennes letzte Reise" in Bedburg-Hau
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Stolperstein in Mülheim a.d. Ruhr
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Im
Zug der Erinnerung wurde neben anderen Opfern der
"Euthanasie"-Morde auch an Anna erinnert.
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In dem
Schulbuch "Zeiten und
Menschen" (Bd.3, Verl. Schöningh) gibt es nicht
nur eine Abbildung von Annas Stolperstein, sondern
ihr Schicksal wird auf einer ganzen Schulbuchseite
als exemplarisch für
den Umgang mit Behinderten während der Zeit des
Nationalsozialismus behandelt. So ist Anna
tatsächlich „in die Geschichte eingegangen“.
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"Aktion T4"
Runder Tisch
zur Umgestaltung des historischen Areals
Tiergartenstraße 4
Als ich zum ersten Mal die sogenannte „T4"-Gedenkstätte in
meinem Wohnort Berlin aufsuchte, war ich entsetzt über den
Zustand dieses Platzes. Die unscheinbare, beschmutzte
Gedenkplatte, die ich dort vorfand, schien mir ein weiteres
Symbol für das Vergessen behinderter Menschen zu sein, die doch
als erste Personengruppe Opfer des nationalsozialistischen
Massenmordes wurden. Seit Anfang 2007 bin ich Mitglied eines
Runden Tisches, der die Neugestaltung des historischen Ortes
Tiergartenstraße 4 fordert und durch verschiedene Aktionen
bisher auch schon Einiges erreicht hat.
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Ausblick
Ob in Grafeneck, Bedburg-Hau, Mülheim a.d. Ruhr, Berlin oder im
virtuellen Raum des Internets - in den letzten Jahren hatte ich
viele interessante und auch berührende Begegnungen mit Menschen,
die dasselbe Ziel verfolgen wie ich: die Erinnerung an die Opfer
der NS-Medizinverbrechen wach zu halten. All die Begegnungen
ermutigen zum Weitermachen, denn "viele kleine Leute, an vielen
kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz
dieser Welt verändern."
Sigrid Falkenstein
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